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Maßgeschneiderte Produktionssysteme

Bobbelche ade!

Zehn Jahre lang schleppte Gabelstapler Bobbelchefertige Produktionsanlagen durch die Hallen von W&R – und jetzt wurde aus Altersgründensein Nachfolger eingestellt. Die Hauptgründe: Der Neue stinkt nicht, dampft nicht und machtweniger Lärm. Denn er fährt elektrisch.

Bobbelche (rechts) und sein Nachfolger. Bild: W&R

 

Gestatten: Bobbelche. Ich bin der Vordere in dem Bild. Eigentlich heiße ich ja Linde H80 und entstamme einer langen Blutslinie von Gabelstaplern aus dem Hause Linde, einer der führenden Marken im Bereich der Flurförderzeuge, wie es im technischen Deutsch so schön heißt. Ich hatte ein schönes Zuhause hier bei W&R, doch das ist nun vorbei.

 

Ich verstehe es nicht. Tagein, tagaus habe ich die schweren Produktionsanlagen durch die heiligen Hallen meiner Familie geschleppt, und sie haben mir den schönen Namen Bobbelche gegeben – für die Unkundigen des Hessischen: „kleines Baby“. Für mich war es auch ein Kinderspiel – mit meinem hydraulischen Hebewerk und dem dieselbetriebenen Motor konnte und kann ich bis zu acht Tonnen schwere Lasten heben und durch die Gegend fahren, und ich habe es immer klaglos gemacht.

 

NACHFOLGER MIT NEUMODISCHEM ANTRIEB

 

„Wir haben unser Bobbelche sehr gemocht, und es hat uns mehr als zehn Jahre vertrauensvoll zur Seite gestanden“ – sagen sie. Und doch haben sie mich ersetzt. Einen Nachfolger gekauft. Einen Linde E80. Mit einem neumodischen Antrieb – der läuft auf Strom.

 

Er ist genau so stark wie ich – sagen sie. Er kann genau so viel heben wie ich – sagen sie. Aber ich mache ihnen zu viel Krach – sagen sie. Ich stinke – sagen sie. Und ich dampfe – sagen sie. Zehn Jahre haben sie sich nicht beklagt, da war ich ihnen gut genug, und auf einmal kommen die Beschwerden. Ich habe nun mal Power, die mir ein Verbrennungsmotor von altem Schrot und Korn verleiht. Das ist ein richtiger Antrieb.

 

Zugegeben, er kann bis zu acht Tonnen heben, mehr schaffe ich auch nicht. Er arbeitet so leise als ob es ihn nicht anstrengt, was er da tut. Er schwitzt auch nicht beim Arbeiten, man riecht ihn nicht.

 

JEDERZEIT ZUR STELLE

 

Und er hat ein paar neumodische, technische Lösungen an Bord, die noch nicht zur Verfügung standen, als ich auf die Welt geschraubt wurde. Ich war trotzdem immer und jederzeit zur Stelle: Tank auf, Diesel rein, weitermachen. Angeblich soll er das auch können – weil sein Tank groß genug ist. Nur dass sie ihn „Akku“ nennen, den man über Nacht aufladen und für den nächsten Tag fit machen kann.

 

Na gut – ich habe ihnen manchmal die Halle vollgequalmt, aber ist das ein Grund, gleich eine so lange währende Freundschaft aufzukündigen und aus einer Affäre mit einem Diesel eine Dieselaffäre zu machen? Also – ich find‘ das nicht nett. Aber um der guten Zeiten willen wünsche ich allen trotzdem das Beste.